Wasserwissen

Für die Wasser-Experten

von heute und morgen.

Wasser ist die Lebensgrundlage unserer Region und ein vielfältiges wie spannendes Lernfeld: Gerne möchten wie unser breites Spezialwissen teilen und uns dazu austauschen. Lehrkräfte finden bei uns mit der WVER-Wasserschule ein unterstützendes erlebnispädagogisches Angebot, mit denen sich Unterrichtseinheiten aus dem Themenkreis „Wasser“ anschaulich und lebendig gestalten lassen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Studierende der Hochschulen unserer Region können Ihren Wissensdurst bei einer unserer regelmäßigen Führungen an Talsperren, auf Kläranlagen oder entlang unserer erfolgreich umgesetzten Renaturierungsprojekte stillen. Für das Fachpublikum bieten wir unsere jährlich stattfindenden „Wasserwirtschaftstage“ zu wechselnden Schwerpunkt-Themen an.

Wasserschule

Welche Bedeutung hatten früher unsere Gewässer?

Wie wurden sie genutzt?

Wie nutzen wir sie heute?

Kann sich ein Gewässer gegen Verschmutzung wehren?

Welche Bäume, Pflanzen und Tiere leben am und im Wasser?

Warum ist das so?

Mit naturpädagogischen Methoden finden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen ersten Zugang zur Natur, werden offen für die Entdeckungen und Untersuchungen.

Möglichst wird ein Bach im Wohnumfeld der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untersucht.

Sie bringen Stiefel oder Wasserschuhe, einen Borstenpinsel und ein kleines weißes, flaches und leeres Schälchen (z.B. Frischkäseverpackung), mit.

Gemeinsam werden die Untersuchungsmethoden erarbeitet und durchgeführt. Die gefundenen Wassertiere können anhand von altersgerechten Tafeln selbständig bestimmt werden.

Der Wasserverband ist für den Unterhalt und die Renaturierung der Gewässer im Verbandsgebiet zuständig. Wir hoffen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach der Veranstaltung verstehen, warum gerade wir so viel Wert darin legen, dass es unseren Gewässern immer bessergeht.

Claudia Goormann

Claudia Goormann

Dipl. Biologin
Natur- u. Umweltpädagogin

Führungen

Wie sieht es eigentlich in einer Staumauer aus? Wie funktioniert eine Talsperre? Welche Klärstufen hat eine Kläranlage? Und was macht ein gesundes Gewässer aus?

Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen finden Sie bei unseren Tagen der offenen Tür oder z. B. dem Maus-Türöffnertag, die wir an verschiedenen Standorten anbieten. Aktuelle Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender. Führungen auf Kläranlagen oder zur Gewässeruntersuchung können auch mit der Wasserschule des WVER vereinbart werden.

Marcus Seiler

Marcus Seiler

Pressesprecher

Wasserwirtschaftstag

Ein Tag – ein wasserwirtschaftliches Schwerpunktthema: Für unsere Verbandsmitglieder und gemeinsam mit Behörden, Kooperationspartnern und Fachmedien wollen wir die aktuellen Themen unserer Branche vertiefen. Mit dem Wasserwirtschaftstag schaffen wir eine wichtige regionale Experten-Plattform zu unseren drei Themenschwerpunkten „Talsperren“, „Gewässer“ und „Abwasser“. Unser Ziel: Informieren und auf Augenhöhe diskutieren.

Der WVER in Zahlen

Wasserlexikon

Belebungsbecken

Belebungsbecken

Aus unserem Baulexikon – der Buchstabe B wie Belebungsbecken: „Im Belebungsbecken beginnt die eigentliche Magie der biologischen Abwasserreinigung: Hier treffen Abwasser und Mikroorganismen aufeinander. Die Mikroben „beleben“ das Wasser, indem sie organische Schmutzstoffe abbauen – ganz natürlich und höchst effektiv. Dabei entsteht sogenannter Belebtschlamm, der im nächsten Schritt weiterverwertet wird. Durch gezielte Belüftung wird der biologische Prozess unterstützt und Sauerstoff bereitgestellt – das hält die Mikroorganismen aktiv und sorgt für sauberes Wasser. Eine beeindruckende Symbiose von Technik und Natur! 💧🦠 

Faulschlamm

Faulturm

Faulschlamm entsteht nach der biologischen Abwasserreinigung, wenn Mikroorganismen das Wasser reinigen, sich dabei vermehren und dabei überschüssigen Mikroorganismen-„Schlamm“ bilden – dieser Schlamm wird in Faultürmen weiter zersetzt und verwandelt sich in wertvolles Methan. Dieses Methan wird zur Energiegewinnung genutzt und macht die Abwasserbehandlung noch nachhaltiger. So wird nicht nur der Schlamm reduziert, sondern auch die Energieeffizienz der Anlagen gesteigert. Ein cleverer Kreislauf für die Umwelt!  🌱⚡

Ozonungsanlage

Ozonungsanlage

Ozon (O₃) ist ein besonders reaktives Gas zusammengesetzt aus drei Sauerstoffatomen. In der Abwasserreinigung wirkt es wie ein starker „Reinigungstrupp“. Es spaltet hartnäckige Spurenstoffe wie Medikamentenreste oder Haushaltschemikalien auf und zerstört gleichzeitig Keime (auch antibiotikaresistente)!

In der Kläranlage Aachen-Soers wird Ozon direkt vor Ort aus reinem Sauerstoff hergestellt und in spezielle Reaktionsbecken eingeblasen. Dort oxidiert es Schadstoffe, also macht sie unschädlich und sorgt dafür, dass das Wasser sauber in die Wurm fließt.

Bis zu 90 % der Spurenstoffe werden so zusätzlich entfernt. Das bedeutet: Weniger Belastung für unsere Flüsse, bessere Wasserqualität für die Umwelt. 🌍💧

Ein Hightech-Verfahren mit großer Wirkung!

Regenrück­haltebecken

Regenrückhaltebecken

Aus unserem Baulexikon – der Buchstabe R wie Regenrückhaltebecken: Bei starken Regenfällen sammelt das Regenrückhaltebecken überschüssiges Niederschlagswasser, das sonst Kanalisation und Gewässer überlasten würde. 🌧️💧 Stattdessen wird das Wasser gezielt zurückgehalten, so bleibt das Kanalsystem leistungsfähig, Hochwasser wird vermieden und die Gewässer werden geschont.

Nach dem Regen wird das Wasser langsam abgeleitet oder versickert, ganz im Einklang mit der Natur.
Ein Bauwerk mit großer Wirkung: Es schützt, steuert und schafft Raum für saubere Gewässer!

Sandfang

Sandfang

Im Sandfang verringert sich die Fließgeschwindigkeit des Abwassers, wodurch sich körnige Stoffe wie Kies und Sand, die schwerer als Wasser sind, am Boden ablagern. Das Verfahren kann auch mit der Abtrennung von Fett und Öl kombiniert werden. Die Sandpartikel werden durch spezielle Wascheinrichtungen gereinigt und finden im Weg- und Dammbau eine neue Aufgabe. Durch die gezielte Abscheidung dieser Stoffe wird die nachfolgende Reinigungsstufe entlastet und der Verschleiß technischer Anlagen deutlich reduziert.

Urtierchen

Urtierchen

„Sie sind mikroskopisch klein, aber trotzdem richtig fleißig. 🦠

Urtierchen sind wie Wimperntierchen, Amöben oder Rädertierchen so etwas wie die unsichtbare Putztruppe der Natur. Je nach Abwassermenge, Nährstoffgehalt oder Sauerstoffversorgung verändert sich ihre Zusammensetzung  und zeigt den Fachleuten, wie gut die biologische Reinigung läuft.

In der biologischen Reinigungsstufe unserer Kläranlagen übernehmen sie eine superwichtige Aufgabe: Sie „fressen“ organische Stoffe, Bakterien und Schmutz aus dem Abwasser.

Ohne Urtierchen? Kein sauberes Wasser.

Mit ihnen? Ein funktionierendes Ökosystem mitten in der Technik. 🌱💧