16.09.2016:

Verband stellte Planungen zu neuem Abwasserkanal in einer Bürgerversammlung vor

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) betreibt einen Abwasserkanal, der Abwässer aus Haushalten und Industrie aus Kreuzau, Düren und einigen Ortslagen aus der Voreifel einsammelt und zur Kläranlage bei Merken transportiert. Dieser Kanal wurde in den siebziger Jahren errichtet. Nach den gesetzlichen Vorgaben muss er inspiziert und auch saniert werden. Außerdem ist er inzwischen an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Deswegen plant der Verband den Bau eines 12,5 Kilometer langen parallelen Sammelkanals von der Windener Brücke in Kreuzau bis zur Kläranlage Düren. Dieser Kanal soll den bestehenden Kanal entlasten und überhaupt erst eine Inspektion des bestehenden Kanals ermöglichen. Es ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte des Dürener Landes in den nächsten Jahren, der die geordnete Abwasserableitung für die Zukunft sichern wird. In einer Bürgerversammlung im Winkelsaal des Schlosses Burgau stellte der Verband jetzt interessierten Bürgerinnen und Bürgern die beabsichtigte Trassenführung vor.

„Uns liegt es sehr am Herzen, die Menschen bereits vor Beginn des offiziellen Planfeststellungsverfahrens mit einzubeziehen“, sagte Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren und zugleich Verbandsratsvorsitzender des WVER. Professor Firk, Vorstand des Verbands, ergänzte: „Gerne nehmen wir Ihre Anregungen, Fragen und Bedenken auf und berücksichtigen sie bei unseren Planungen.“ Die technischen Details wurden den ca. 60 Bürgerinnen und Bürgern, die ihren Weg zur Versammlung gefunden hatten, von Abwasserdezernent Thomas Rolfs vorgestellt. Er berichtete, dass bereits jetzt bei der Trassenführung Aspekte des Naturschutzes eingearbeitet wurden. Es sei jedoch unvermeidlich, dass der neue Kanal auch Naturschutzgebiete streife oder quere. Ebenso wolle man die baulichen Eingriffe in besiedelten Gebieten so gering wie möglich halten. Der Kanal werde aber entlang der Rur verlaufen, um das natürliche Freigefälle bis zur Kläranlage auszunutzen und Kosten für Pumpleistungen zu vermeiden. Außerdem müsse eine Nähe zum bestehenden Kanal gegeben sein, um in bestimmten Abschnitten Querverbindungen zwischen den beiden Abwasserröhren herzustellen.

Im Anschluss an die Erläuterungen konnten die anwesenden Gäste das Wort ergreifen. Hierbei wurden ebenso Anregungen zur beabsichtigten Trassenführung gegeben sowie die bestehende Geruchsproblematik diskutiert. Das Abwasser im Kanal habe eine hohe Temperatur, sodass Gärungsprozesse bereits auf dem Weg zur Kläranlage stattfinden. Besonders der hohe Schwefelgehalt des Abwassers führe dabei zu Gerüchen durch Schwefelwasserstoff, erläuterte Abwasserdezernent Rolfs. Verbandsvorstand Professor Firk erklärte, dass man in das Projekt den führenden deutschen Geruchsexperten eingebunden habe. Durch den neuen Kanal und technische Maßnahmen werde man die Geruchsbelästigung sicherlich reduzieren können, versicherte Firk. „Ich kann Ihnen aber nicht versprechen, dass es durch einen Abwasserkanal keinerlei Gerüche mehr geben wird.“

Fragen nach den Kosten der Maßnahme bezifferte Firk auf geschätzte 40 Millionen Euro. Durch die noch anhaltenden, niedrigen Zinsen für Kredite sowie durch lange Abschreibungszeiten werde die Belastung für die Bevölkerung aber sehr gering ausfallen. „Wir rechnen vielleicht mit 3 Cent mehr für den Kubikmeter Abwasser.“

Im Anschluss an die Diskussion im Plenum hatten die Besucher noch die Gelegenheit, an speziellen Thementischen zur Trassenführung in bestimmten Abschnitten, zu Fragen des Naturschutzes und des Betriebs des Kanals Einzelaspekte mit Spezialisten des Verbands und der beauftragten Planungsbüros im Detail zu erörtern. Anregungen und Vorschläge wurden hier zudem protokolliert, um sie zu dokumentieren und weiter verarbeiten zu können. Außerdem richtete der WVER eine eigene Mail-Adresse ein, an die Bürgerinnen und Bürger jederzeit Fragen und Kommentare schicken können: sammler@wver.de.

 

20160915 Verband stellte Planungen Bild 01

Bild 01: Blick auf das Podium, v. l.: Bürgermeister und Verbandsratsvorsitzender Paul Larue, Abwasserdezernent Thomas Rolfs und Verbandsvorstand Professor Wolfgang Firk informierten die Anwesenden.

20160915 Verband stellte Planungen Bild 02

Bild 02: Bürgermeister Paul Larue, Verbandsratsvorsitzender des WVER, begrüßte die Anwesenden.

20160915 Verband stellte Planungen Bild 03

Bild 03: WVER-Abwasserdezernent Thomas Rolfs stellte die technischen Details des geplanten Parallelsammlers vor.

20160915 Verband stellte Planungen Bild 04

Bild 04: An speziellen Thementischen konnten die Besucherinnen und Besucher Detailfragen mit Spezialisten des WVER und der Planungsbüros erörtern und Anregungen zu Protokoll geben.