21.03.2017:

Abwasser im Focus des Weltwassertags

Der internationale Tag des Wassers am 22. März 2017 steht unter dem Mottowort „Abwasser.“ Damit wirft der Tag ein Schlaglicht auf einen der Kernaspekte der Wasserwirtschaft. Die Reinigung von Abwasser ist eine der Hauptaufgaben bei der Bewirtschaftung der Ressource Wasser. Das gilt auch für den Wasserverband Eifel-Rur (WVER), der im deutschen Einzugsgebiet der Rur für diese Aufgabe zuständig ist.

„Die Belastungen des Wassers durch menschliche Inanspruchnahme überfordern schon längst die natürlichen Selbstreinigungskräfte der Gewässer“, so Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk, Vorstand des WVER. „Die Verunreinigungen des Wassers gefährden unsere Lebensgrundlagen; deswegen gibt es zur Abwasserreinigung keine Alternative“, sekundiert Paul Larue, Vorsitzender des WVER-Verbandsrats und Bürgermeister der Stadt Düren.

So befinden sich z. B. in der Eifel große Talsperren, die die Trinkwasserversorgung für viele Menschen sichern. Zum Schutz der Wasserqualität in diesen Stauseen muss auch intensive Reinigung betrieben werden, um diese Rohwasserquellen zu erhalten. Fließgewässer, in die gewerbliche oder Abwässer aus Haushalten eingeleitet würden, wären zudem eine Gefährdung für unsere Gesundheit. Wie wichtig der Erhalt sauberen Wassers tatsächlich ist, zeigen uns Beispiele aus Ländern, wo die Menschen keinen Zugang dazu haben. Schnell grassieren dort Krankheiten und Seuchen aller Art.

Eine wirkungsvolle Abwasserreinigung ist deswegen wichtig für Mensch und Natur zugleich. Im Einzugsgebiet der Rur leben ca. 1,1 Mio. Menschen. In insgesamt 44 Kläranlagen reinigt der Verband jährlich etwa 130 Mio. Kubikmeter Abwasser, die sonst ungeklärt in die Gewässer eingeleitet würden. Außerdem betreibt er über 800 Sonderbauwerke, die funktional mit der Abwasserreinigung in Zusammenhang stehen. Dazu gehören u. a. Regenrückhaltebecken, Pumpstationen und Kanalnetzteile. Dies alles erfordert einen erheblichen technischen Aufwand. Der WVER setzt modernste Kläranlagentechnik ein, um die Aufgabe der Abwasserreinigung zu erfüllen. Dabei ist er eng mit entsprechenden Instituten der RWTH Aachen vernetzt, stellt diesen seine Anlagen zu Forschungszwecken zur Verfügung und profitiert umgekehrt von den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dies zeigt sich zurzeit besonders auf der großen Verbandskläranlage in Aachen Soers, wo unter wissenschaftlicher Begleitung und Forschung in diesem Jahr eine Ozonungsanlage zur weitergehenden Abwasserreinigung entstehen wird. Durch sie sollen menschengemachte Spurenstoffe wie etwa Medikamentenrückstände weitgehend eliminiert werden.

„Die Abwasserreinigung ist jedoch kein Allheilmittel“, so Prof. Dr.-Ing. Firk. Nicht alle Stoffe dürften in den Kanal gelangen. So müssten etwa Schwermetall haltige Stoffe oder Altöl speziell entsorgt werden. Außerdem sei ein schonender Umgang mit dem Wasser durch die Vermeidung von Verschmutzungen natürlich der kostengünstigste Weg, um Wasser zu schützen. Dabei könne natürlich jeder und jede Einzelne mithelfen.

Der Wasserverband weist darauf hin, dass Personengruppen, die sich für die Abwasserreinigung interessieren, auch über die Kläranlagen geführt werden können. Auf der Internethomepage finden sich zudem weitere Informationen etwa zur Funktionsweise und den Abläufen auf einer Kläranlage. Die Adresse lautet: www.wver.de