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9. Schlammbehandlung / Faultürme

Alle auf der Kläranlage anfallenden Schlämme werden zusammen als Rohschlamm bezeichnet und der Schlammbehandlung zugeführt. Dabei wird dieser durch Entzug von Wasser eingedickt. Dadurch reduziert sich die zu behandelnde Schlammmenge, wogegen sich der Gehalt an Trockensubstanz erhöht. Größere Kläranlagen haben Faulbehälter, in die der eingedickte Rohschlamm eingeleitet wird. In den Behältern wird er auf eine Idealtemperatur von 36 – 37 Grad Celsius erwärmt und durch Rührwerke oder Pumpen ständig umgewälzt. Deswegen haben Faulbehälter oft die Form von ovalen „Eiern". Darin lässt sich Schlamm besser umwälzen als in eckigen Konstruktionen. Dort würden die Rührwerke nicht in den Ecken wirken, Schlamm würde sich darin festsetzen.
Unter der Idealtemperatur zersetzen bestimmte Bakterien die organischen Bestandteile, wobei Gas anfällt (hauptsächlich Methangas). Dieses wird im Faulgasbehälter gesammelt und dann in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird zur Eigenversorgung der Kläranlage eingesetzt, die Wärme heizt sowohl die Betriebsgebäude als auch die Faulbehälter auf.

Nach dem Ausfaulungsprozess des Rohschlamms (Verweildauer in den Faulbehältern: bis zu 20 Tagen) wird dieser entnommen, weiter eingedickt (statische Entwässerung durch Sedimentation) und maschinell entwässert (Zentrifugen, Kammerfilterpresse, Siebbandpresse). Danach wird er hauptsächlich verbrannt.
Der Rohschlamm aus Anlagen ohne Faulbehälter wird entweder direkt entwässert und entsorgt oder den Faulbehältern einer anderen Kläranlage zugeführt.

12 Ovale Faulbehälter13 Abgedeckte Klärschlammeindicker14 In der Entwässerungszentrifuge wird dem Klärschlamm Wasser entzogen15 Das in den Faulbehältern entstandene Gas wird im Faulgasbehälter gesammelt16 Im Blockheizkraftwerk wird aus dem Faulgas in Motoren Wärme und Strom gewonnenvorige Stufe  Übersicht