21.01.2015:

Der Haarbach in Eilendorf wird renaturiert

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) beginnt mit der Renaturierung eines Abschnittes des Haarbachs neben der Kläranlage Eilendorf auf einer Länge von zurzeit 380 Metern. Dabei erhält der begradigte Bach eine stark geschwungene Führung, wie sie einem natürlichen Zustand entspricht. Dadurch wird eine Laufverlängerung des Gewässers um 190 auf dann 570 Metern ermöglicht. Bisherige Sohlabstürze, die eine Durchgängigkeit des Baches für die Lebewesen im Wasser behindern, verschwinden dadurch ebenso wie der starke Uferverbau, der durch eine sechs bis 25 Meter breite Aue ersetzt wird. In diese soll der Bach in der Zukunft häufig ausufern können. Dazu wird auch das neue Bachbett flach ausgeführt. Ebenso werden Flutmulden angelegt, in denen Wasser nach einer Überschwemmung des Auenlandes zurückbleiben kann. Solche Mulden wirken sich günstig auf die Entwicklung der Lebensvielfalt aus. Dasselbe Ziel verfolgt auch die bewusste Einbringung von Totholz ins Gewässer. Dadurch werden die Strömungsverhältnisse im Bach verändert, eine eigendynamische Entwicklung wird ermöglicht. Außerdem schafft Totholz Ruheräume und dient als Lebensraum von Kleinlebewesen, die wiederum eine Nahrungsquelle für Fische darstellen.

Die Ufergehölze am flussabwärts gesehen rechten Ufer bleiben erhalten, auf der linken Seite erfolgt eine Initialpflanzung, ansonsten wird die Natur sich selbst überlassen.

Für die Anlage der neuen Bachaue werden insgesamt ca. 30.000 m³ Boden entsorgt. Hierdurch wird zusätzlicher Retentionsraum zum Hochwasserschutz der Unterlieger geschaffen. Der bestehende Fußweg sowie die Brücke über den Haarbach bleiben erhalten. Der Weg selbst muss aber für die Zeit der Bauarbeiten gesperrt werden.

Die naturnahe Umgestaltung des Haarbachs entspricht sowohl den entsprechenden Richtlinien des Landes NRW zur Fließgewässerentwicklung sowie den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtinie zur Erreichen eines „guten ökologischen Zustands“ und bildet im ausgebauten Zustand einen sogenannten Strahlursprung, von dem aus die zukünftige weitere Entwicklung des angrenzenden Ober- und Unterlaufes positiv unterstützt werden wird. Dies wird nach Abschluss der Baumaßnahme durch ein Effizienzmonitoring kontrolliert.

Die Arbeiten werden voraussichtlich vier Monate dauern. Die Baukosten der Maßnahme belaufen sich auch insgesamt 999.943,00 Euro, die vom Land NRW mit 80% bezuschusst werden.

Plan zur Renaturierung des Haarbachs

20150121 Spatenstich Renaturierung Haarbach

Spatenstich zur Renaturierung des Haarbachs an der Kläranlage Eilendorf: 2. v. r. Verbandsratsvorsitzender Paul Larue, Bürgermeister von Düren, rechts daneben in der ersten Reihe Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk, Vorstand des WVER, Elke Eschweiler, Bezirksbügermeisterin von Eilendorf, und Walter Dautzenberg, Mitglied des WVER-Verbandsrats