01.07.2015:

Schwimmen im Rursee birgt Lebensgefahr

Zwei ausgewiesene Badestellen gibt es am Rursee, dem Hauptsee der Rurtalsperre Schwammenauel, nämlich in Eschauel und in der Woffelsbacher Bucht. Außerdem kann auch das Rurseezentrum mit dem Eiserbachsee in Rurberg genutzt werden. Ansonsten ist das Schwimmen im Rursee verboten. Wer trotzdem dort schwimmt, handelt nicht nur verbotswidrig; er begibt sich auch in Lebensgefahr. Darauf weist jetzt der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) als Eigentümer des Sees zu Beginn der Ferien und der Sommersaison mit ihren steigenden Temperaturen hin.

Auf dem See herrsche in den Sommermonaten ein reger Schiffsverkehr. Neben Seegelbooten und Surfbrettern befahren auch die Schiffe der Rurseeschifffahrt in dichtem Takt den See. Schnell übersieht ein Segler oder Surfer einen im Wasser befindlichen Schwimmer auf der offenen Wasserfläche, von dem meist nur der Kopf aus dem Wasser ragt. Dies kann zu erheblichen Verletzungen führen. Dasselbe gilt auch für das Schwimmen rund um die Anlegestellen der Rurseeschifffahrt. Oft wird ein Nervenkitzel darin gesucht, den herankommenden Fahrgastschiffen entgegen zu schwimmen. Hier sind Unfälle geradezu vorprogrammiert, wenn man etwa in die Antriebssysteme oder den Sog der Schiffe gerät. Dabei besteht jederzeit Lebensgefahr. Alles gute Gründe, warum das Schwimmen im Rursee über die ausgewiesenen Stellen hinaus verboten ist.

Die zurzeit gültige Gemeingebrauchsverordnung der Bezirksregierung verbietet das Schwimmen außer an den erlaubten Badestellen nicht nur auf dem Rursee und den Staubecken Obermaubach und Heimbach. Talsperren, die als Trinkwasserreservoir genutzt werden, sind grundsätzlich von Wassersport freizuhalten. Das gilt damit auch für den Obersee der Rurtalsperre, in dem immer wieder verbotenes Schwimmen beobachtet wird. Auch hier ist jedoch mit dem Freibad in Einruhr eine ausgewiesene Badestelle vorhanden.

Bei Überschreitungen der Verbote droht – wie im Fall der Rurtalsperre – nicht nur Lebensgefahr. Zuwiderhandlungen können zur Anzeige gebracht und mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Der Verband will mit den Verboten, die rund um den See auch in entsprechender Beschilderung ihren Ausdruck finden, den Menschen nicht den Spaß an den Seen der Eifel nehmen. Es gehe hier vielmehr um den Schutz des Lebens der Erholungssuchenden. Wenn alle sich an die gegebenen Regeln hielten, sei für alle auch ein möglichst gefahrloser Genuss der Wasserflächen möglich. Eltern sollten dabei besonders auch auf ihre Kinder einwirken, die das Gefahrenpotenzial oft nicht abschätzen könnten.

Einen Gefahrenpunkt hat der Wasserverband übrigens schon entschärft. Den Überlauf der Hochwasserentlastung des Obersees der Rurtalsperre in den Rursee bei Rurberg hat man soweit gesichert, dass ein Springen von der Brücke ins Wasser nicht mehr möglich ist.

20150701 P7110179 vkl 

Hinweisschilder wie dieses zeigen den Seenutzern die Regeln des Gemeingebrauchs des Sees