22.07.2015:

Der Haarbach in Eilendorf wurde renaturiert

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hat einen Abschnitt des Haarbachs neben der Kläranlage Eilendorf auf einer Länge von 380 Metern renaturiert. Dabei erhielt der begradigte Bach eine stark geschwungene Führung, wie sie einem natürlichen Zustand entspricht. Dadurch wurde in dem Abschnitt eine Laufverlängerung des Gewässers um 190 auf jetzt 570 Metern erreicht. Bisherige Sohlabstürze, die eine Durchgängigkeit des Baches für die Lebewesen im Wasser behinderten, verschwanden dadurch ebenso wie der starke Uferverbau, der durch eine sechs bis 25 Meter breite Aue ersetzt wurde. In diese kann der Bach in der Zukunft häufig ausufern. Dazu wurde auch das neue Bachbett flach ausgeführt. Ebenso wurden Flutmulden angelegt, in denen Wasser nach einer Überschwemmung des Auenlandes zurückbleiben kann. Solche Mulden wirken sich günstig auf die Entwicklung der Lebensvielfalt aus. Dasselbe Ziel verfolgt auch die bewusste Einbringung von Totholz ins Gewässer. Dadurch werden die Strömungsverhältnisse im Bach verändert, eine eigendynamische Entwicklung wird ermöglicht. Außerdem schafft Totholz Ruheräume und dient als Lebensraum von Kleinlebewesen, die wiederum eine Nahrungsquelle für Fische darstellen.

Die Ufergehölze am flussabwärts gesehen rechten Ufer blieben erhalten, auf der linken Seite erfolgt im Herbst 2015 eine Initialpflanzung, ansonsten wird die Natur sich selbst überlassen.

Für die Anlage der neuen Bachaue wurden insgesamt ca. 30.000 m³ Boden entsorgt. Hierdurch wurde zusätzlicher Retentionsraum zum Hochwasserschutz der Unterlieger geschaffen. Der bestehende Fußweg sowie die Brücke über den Haarbach blieben erhalten und konnten nach Abschluss der Bauarbeiten wieder geöffnet werden.

Die naturnahe Umgestaltung des Haarbachs entspricht sowohl den entsprechenden Richtlinien des Landes NRW zur Fließgewässerentwicklung sowie den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtinie zur Erreichung eines „guten ökologischen Zustands“ und bildet im ausgebauten Zustand einen sogenannten Strahlursprung, von dem aus die zukünftige weitere Entwicklung des angrenzenden Ober- und Unterlaufes positiv unterstützt werden wird. Dies soll nach Abschluss der Baumaßnahme durch ein Effizienzmonitoring kontrolliert werden.

Die Arbeiten dauerten drei Monate. Die Kosten der Maßnahme beliefen sich auf insgesamt 1.750.000 Euro, die vom Land NRW mit 80% bezuschusst werden.

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Übergaben den renaturierten Haarbach offiziell der Öffentlichkeit (v.l.): Walter Dautzenberg, Mitglied im Verbandsrat des WVER, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk, Vorstand des WVER, Hildegard Pitz, Mitglied der Bezirksvertretung Eilendorf, Elke Eschweiler, Bezirksbürgermeisterin Eilendorf und Paul Larue, Verbandsratsvorsitzender des WVER und Bürgermeister der Stadt Düren

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Blick auf einen Abschnitt des renaturierten Haarbachs