22.03.2016:

Neue Nutzungsregeln für Talsperren öffentlich vorgestellt

Anlässlich des Internationalen Tags des Wassers stellte der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) jetzt die neuen Nutzungsregeln für den Hauptsee der Rurtalsperre und die Staubecken Obermaubach und Heimbach im Hotel Seehof in Schwammenauel vor. Sie lösen seit 16. März die frühere „Ordnungsbehördliche Verfügung für die Zulassung und Regelung des Gemeinbrauchs“ der Bezirksregierung Köln ab. Die neuen Regeln ermöglichen erweiterte touristische Nutzungen.

Zwar hätten die Talsperren in erster Linie wasserwirtschaftliche Aufgaben wie den Hochwasserschutz für den Unterlauf, die Bevorratung von Wasser für die Trinkwasseraufbereitung und für gewerbliche Zwecke. „Der Verband versucht aber auch, den touristischen Interessen in der Eifel Rechnung zu tragen“, so Verbandsratsvorsitzender Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren. Sein Stellvertreter im Verbandsratsvorsitz, Dr. Stefan Cuypers, betonte noch einmal die herausragende Bedeutung der Talsperren für die Wirtschaft der Region: „3.000 Arbeitsplätze an der Rur in der Wasser nutzenden Industrie hängen unmittelbar von der Existenz und dem verlässlichen Betrieb der Stauanlagen ab.“ Erfreut zeigten sich bei der Vorstellung auch Peter Cremer, Bürgermeister von Heimbach, Marco Schmunkamp, Bürgermeister von Nideggen, und Roger Nießen, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters von Simmerath. Der Tourismus sei ein unverzichtbares Element der Wirtschaft in den am See anliegenden Kommunen und sichere viele Arbeitsplätze. Nach Auslaufen der alten Ordnungsbehördlichen Verordnung habe es zunächst Befürchtungen gegeben, dass durch eine neue Verordnung touristische Nutzungen eingeschränkt würden. Man sei deswegen sehr zufrieden, dass es mit den neuen Nutzungsregeln, die durch den WVER als Seeeigentümer selbst erlassen wurden, nicht nur nicht zu Einschränkungen, sondern sogar zu erweiterten Nutzungsmöglichkeiten gekommen sei.

Prof. Dr.-Ing. Wolfang Firk, Vorstand des WVER, und Gewässerdezernent Robert Steegmans stellten die Nutzungsregeln für den Hauptsee sowie die Staubecken Heimbach und Obermaubach im Einzelnen vor, die in Abstimmung mit der Bezirksregierung die bisherigen Verordnungen ablösen.

Lediglich für den Obersee wird es hingegen wieder eine eigene Ordnungsbehördlichen Verordnung geben, da er als Reservoir für die Trinkwassergewinnung weiter besonders geschützt bleibt. In dieser werden die bisher dort vorhandenen Nutzungen auch weiterhin gewährleistet.

Die sich ergebenden Verbesserungen für die Freizeitnutzung auf dem Rursee erstrecken sich vor allen Dingen auf zwei Bereiche: Zum einen dürfen nun Segelboote mit einer größeren Messzahl genutzt werden. Diese ist ein Produkt aus der Länge über alles eines Bootes mal der Breite über alles. Sie wurde von 20 auf 22 angehoben. Dies bedeutet für Segler eine Attraktivitätssteigerung, weil nun auch Bootstypen zum Einsatz kommen können, deren Nutzung bisher nicht möglich war, und die mehr Komfort bieten.

Zum anderen können nun auch Elektromotoren eingesetzt werden, die bestimmte Bedingungen zur Motorleistung und zur Beschaffenheit der Akkumulatoren erfüllen. Insbesondere Anglern, die ihren Sport vom Boot aus betreiben und jetzt erstmals einen Elektromotor nutzen können, kommt diese Neuerung entgegen. Die Neuregelung bezüglich der Elektromotoren ist auch für die Staubecken Heimbach und Obermaubach relevant. Zur Nutzung der Motoren muss jedoch eine Plakette beim Wasserverband erworben werden.

Die neuen Nutzungsregeln können auf der Homepage des WVER (www.wver.de) unter dem Bereich „Talsperren“ eingesehen werden.

20160322 Am Rursee vklv.l. Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk, Vorstand des WVER, Gewässerdezernent Robert Steegmans, Roger Nießen, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters von Simmerath, Dr. Stefan Cuypers vom WVER-Verbandsrat, Paul Larue, Vorsitzender des Verbandsrats und Bürgermeister von Düren, und die Bürgermeister Marco Schmunkamp (Nideggen) und Peter Cremer (Heimbach) stoßen am Internationalen Tag des Wassers mit Wasser am Rursee auf die neuen Nutzungsregeln für den See an.