14.09.2017:

Broicher Bach soll am Hochwasserrückhaltebecken Herzogenrath vorbei geführt werden

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) betreibt in Herzogenrath gegenüber des städtischen Hallenbads ein Hochwasserrückhaltebecken. Dieses Becken wird vom Broicher Bach durchflossen und hält bei Starkregen Wasser zurück, das ansonsten zu Überschwemmungen führen könnte. Das Becken verfügt über einen
Dauereinstau und hat eine Rückhaltekapazität von 97.000 Kubikmetern. Der Broicher Bach führt jedoch viele Nährstoffe, insbesondere Phosphor, mit sich, die eine Eutrophierung des Beckens verursachen, sowie Sedimente, die sich im Becken absetzen. Dies führt zu einer Algenbildung, die in der Vergangenheit zeitweise zu einer unangenehmen Geruchsbelästigung geführt hat.

Der Verband will nun den Broicher Bach in Fließrichtung links am Becken vorbeileiten. Aus Platzgründen muss deswegen ein Teil des Beckens mit einem Damm abgetrennt werden, um Raum für den Bach zu schaffen. Der Bach wird danach nur noch im Starkregenfall Wasser in das Becken abschlagen. Der Dauereinstau bleibt jedoch erhalten, da sich das Becken im Wesentlichen aus Grundwasser speist. Der Wasserspiegel wird durch Umgestaltung des Beckenablaufs um einen halben Meter abgesenkt. Dadurch wird das Rückhaltevolumen auf 118.000 Kubikmeter erhöht. Um den Hochwasserschutz weiter zu verbessern, wird am Euchener Bach das Hochwasserrückhaltebecken Euchen optimiert. Dies wird sich auch positiv auf den Broicher Bach auswirken, da der Euchener Bach in diesen mündet. Ebenso gibt es Planungen, zur Aktivierung von Rückhalteräumen im oberen Bereich des Broicher Bachs. Dazu sollen früher verkippte Auenflächen teilweise abgegraben werden, um Retentionsraum zu schaffen. Mit diesen Maßnahmen soll der vorgeschriebene hundertjährliche Hochwasserschutz sichergestellt werden; bisher gibt es entsprechend älterer Vorgaben nur einen 50jährlichen Schutz.

Der Broicher Bach selbst kann in seinem neuen Verlauf neben dem Herzogenrather Becken nur geringfügig naturnah gestaltet werden, da nicht genug Platz vorhanden ist. Deswegen strebt der Verband die Nutzung eines Wiesengeländes am Becken entlang der Ruifer Straße an, um dort den Bach im Sinne der Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie hinsichtlich eines guten ökologischen Zustands weiterentwickeln zu können.


Entsprechende Detailplanungen müssen noch erstellt werden und die vorgegebenen Verfahrenswege unter anderem ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen, sodass mit einem konkreten Baubeginn nicht vor 2020 gerechnet werden kann.