Das Staubecken Heimbach

Bau und Funktionsweise des

Staubeckens Heimbach

Die Stauanlage Heimbach, die in den Jahren 1934 und 1935 unterhalb der Rurtalsperre Schwammenauel errichtet wurde, dient u. a. gemeinsam mit der Stauanlage Obermaubach
als Tages- und Wochenausgleichsspeicher für die unregelmäßigen Wasserabgaben der beiden Spitzenstromkraftwerke Schwammenauel und Heimbach (Jugendstilkraftwerk). Hier werden die Fließgewässer Urft und Rur zusammengeführt.

Als Ergebnis der ab 1997 durchgeführten „Vertieften Überprüfung“ wurde im Jahre 2001 die notwendige Anpassung an den Stand der Technik durchgeführt. Hauptbestandteil dieser Sanierungs­maßnahme war der Abbruch und die Erneuerung schadhafter Betonabschnitte, die Herstellung eines Lastverteilungsbalkens und der Einbau von Vorspannankern, durch die die Staumauer im Untergrund verankert wurde. Gleichzeitig wurde die Mauer überströmbar ausgebildet und mit einer befahrbaren Brückenkonstruktion versehen.

Allgemeine Angaben

Lage der Sperrstelle: Im Tal der Rur, 1 km oberhalb der Stadt Heimbach, (Kreis Düren)

Zweck und Aufgaben der Anlage:

Tages- und Wochenausgleich für die unregelmäßigen Wasserabgaben aus den Spitzenstrom-Wasserkraftwerken  Heimbach und Schwammenauel  (gemeinsam mit der Stauanlage  Obermaubach), Energieerzeugung

Bauherr: Ehem. Rurtalsperren-GmbH in Aachen

Bauzeit: 1934-1935

Hydrologie

Flussgebiet / Gewässer: Rur / Maas

Größe des Talsperren­einzugsgebietes: 671,4 km²

Mittlere jährliche Zuflusssumme: 328,0 Mio. m³

Mittlere jährliche Niederschlagshöhe im Einzugsgebiet: 976 mm

Mittlere jährliche Abflusshöhe im Einzugsgebiet: 489 mm

Mittlere Abflussspende: 15,5 l/s*km²

Niedrigste / Höchste Abflussspende: 1,8 / 156,4 l/s*km²

(Anmerkung: hydrologische Angaben basieren auf den Daten von 1961 bis 2016)

Speicherbecken

Vollstau: 214,00 mNN

Höchstes Stauziel: 214,69 mNN (BHQ )

Maximale Stauhöhe: 10,50 m

Stauraum (Stauziel): 1,21 Mio. m³

Ausbaugrad: < 1 %

Stauseefläche (Vollstau): 0,34 km²

Länge des Speicherbeckens: 3 km

Absperrbauwerk

Typ: Gewichts-Staumauer mit zusätzlicher Verankerung im Untergrund

Baustoffe: Staumauer: unbewehrter Beton Lastverteilungsbalken: Stahlbeton

Kronenhöhe: 216,00 mNN

Kronenbreite: 3,20 m

Kronenlänge: 109,00 m

Größte Höhe über Gründungssohle: 13,30 m

Größte Breite in der Gründungssohle: ca. 7,50 m

Mauerkubatur:
4.000 m³

Wehrkubatur: 2.300 m³

Anschluss an den Untergrund: Mauersohle auf Fels gegründet, Spannanker

Betriebseinrichtungen

Hochwasserentlastung: HHQ = 550 m³/s
Einlaufbauwerk bestehend aus 1 Fischbauchklappe  (b= 18,00 m, h= 5,50 m) Tosbecken mit Zahnschwelle

Grundablässe: 1 Grundablass im linken Wehrpfeiler (A = 1,5 m²)  mit einem wasserseitig und einem mittig  angeordnetem Gleitschütz mit Spindelantrieb  1 Notauslass im rechten Wehrpfeiler (A = 2,5 m²)  mit einem wasserseitig angeordnetem Gleitschütz als  Regulierorgan und einem luftseitig angeordnetem  Gleitschütz als Verschlussorgan, jeweils mit  Spindelantrieb

Betriebsauslass: Festes Wehr mit 6 m Breite als Kraftwerkseinlauf mit
Dammbalkenverschluss

Wasserkraftnutzung:
1 Kaplan-Rohrturbine mit 0,775 MW  installierter Leistung und einer Jahresenergieerzeugung von 4,5 GWh

Impressionen vom

Staubecken Heimbach