Das Staubecken Obermaubach

Bau und Funktionsweise des

Staubeckens Obermaubach

Die Stauanlage Obermaubach, die in den Jahren 1933 und 1934 errichtet wurde, dient u. a. gemeinsam mit dem Staubecken Heimbach als Tages- und Wochen­ausgleichs­speicher für die unregelmäßigen Wasserabgaben der beiden Spitzen­stromkraftwerke Schwammenauel und Heimbach (Jugendstil­kraftwerk). Die Stauanlage Obermaubach ist die letzte / unterste Stauanlage des Talsperren-Kaskadensystems der Eifel-Rur. Der Betrieb erfolgt nach einem gemeinsamen Betriebsplan für die Urft- und Rurtalsperre.

Im Jahr 2007 erfolgte eine Anpassung an den Stand der Technik. Diese beinhaltete unter anderem die Herstellung eines Lastverteilungs­balkens, den Einbau von Vorspannankern sowie die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit mithilfe eines 230 m langen Fischpasses. Hiervon wurden 60 m in Betonbauweise und 170 m als Raugerinne­beckenpass ausgeführt. Eine Zählstation und ein Beobachtung­splatz (Sichtfenster) wurden integriert.

Allgemeine Angaben

Lage der Sperrstelle: Im Tal der Rur, 14 km oberhalb der
Stadt Düren, Kreis Düren

Zweck und Aufgaben der Anlage:
Wochenausgleich für die unregelmäßigen Wasserabgaben aus den  Spitzenstrom-Wasserkraftwerken Heimbach und Schwammenauel  (gemeinsam mit der Stauanlage Heimbach), Energieerzeugung

Bauherr: Ehem. Wasserverband Stausee  Obermaubach in Düren

Bauzeit: 1933-1934

Reparatur von Kriegsschäden 1945-1947

Hydrologie

Flussgebiet / Gewässer: Rur / Maas

Größe des Talsperreneinzugsgebietes: 798,8 km²

Mittlere jährliche Zuflusssumme: 371,9 Mio. m³

Mittlere jährliche Niederschlagshöhe im Einzugsgebiet: 965 mm

Mittlere jährliche Abflusshöhe im Einzugsgebiet: 466 mm

Mittlere Abflussspende: 14,8 l/s*km²

Niedrigste / Höchste Abflussspende: 5,3 / 160,2 l/s*km²

Niedrigste betriebsplanmäßige Abgabe: 5 m³/s 

(Anmerkung: hydrologische Angaben basieren auf den Daten von 1961 bis 2016)

Speicherbecken

Vollstau: 165,00 mNN

Höchstes Stauziel: 165,50 mNN (BHQ )

Maximale Stauhöhe: 5,50 m

Stauraum (Stauziel): 1,65 Mio. m³

Ausbaugrad: < 1 %

Stauseefläche (Vollstau): 0,55 km²

Länge des Speicherbeckens: 3 km

Absperrbauwerk

Typ: Erddamm mit innen-, schrägliegender Lehmdichtung und zwischengeschaltetem Wehrkörper mit zwei aufgesetzten Fischbauchklappen

Baustoffe: Stützkörper: erdgebundener Flusskies und Felsausbruch
Dichtung: örtlich gewonnener Auelehm

Kronenhöhe: 166,50 mNN

Kronenbreite: 5,50 m

Kronenlänge: 239,00 m

Größte Höhe über Gründungssohle: 6,70 m

Größte Breite in der Gründungssohle: ca. 37 m

Dammkubatur:
27.000 m³

Wehrkubatur: 4.000 m³

Anschluss an den Untergrund: Stahlspundwand mit Lehmvorlage,
auf Fels gegründet, Spannanker

Betriebseinrichtungen

Hochwasserentlastung: HHQ = 600 m³/s
Einlaufbauwerk bestehend aus 2 Fischbauchklappen (b= 18,00 m, h= 4,00 m)
Tosbecken mit Zahnschwelle

Grundablässe: 1 Grundablass im rechten Wehrpfeiler (A = 1,5 m²) mit mechanisch angetriebenen Tafelschütz  1 Grundablass in der Wehrschwelle (A = 2,1 m²) mit hydraulisch angetriebenen Klappenschütz

Betriebsauslass: Heberwehr mit 6 m Breite als  Kraftwerkseinlauf

Wasserkraftnutzung:
1 Kaplan-Rohrturbine mit 0,65 MW installierter Leistung und einer Jahresenergieerzeugung von 3,3 GWh

Impressionen vom

Staubecken Obermaubach