Die Oleftalsperre
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Bau und Funktionsweise der
Oleftalsperre
Die Staumauer der Oleftalsperre wurde in den Jahren 1955-1959 errichtet – bestehend aus insgesamt 16 Pfeilerzellen, die jede für sich eine statische Einheit bilden und nur durch je zwei Dichtungselemente aus Kupferblech und Kunstkautschuk miteinander verbunden sind. Schon beginnend während der Bauphase und in der weiteren zeitlichen Entwicklung traten nach und nach Risse in den Pfeilerscheiben auf.
Die Ursache dieser Risse waren Zwängungskräfte zwischen dem Gründungsfels und dem Fundamentbeton. Aus diesem Grund wurden in den Jahren 1962-1965 (1. Verstärkung) die Hohlpfeilerwände innen rundum durch Stahlbeton verstärkt.
Bauphasen
Etwa 10 Jahre später wurden Haarrisse am Absperrbauwerk festgestellt. Rissursache waren zu hohe Zugspannungen, die auf die ständig schwankenden Temperaturdifferenzen zwischen innen und außen zurückzuführen sind. Daher erfolgte in den Jahren 1982-1985 durch das Aufbringen einer wasserseitigen Vorsatzschale und den Einbau vorgespannter Druck- und Zugbalken innerhalb der Hohlzellen eine 2. Verstärkung des Absperrbauwerks. Die Talsperre hat die Aufgabe, Hochwässer sowie Trockenperioden auszugleichen und versorgt im südwestlichen Teilgebiet des Kreises Euskirchen ein Trinkwasserversorgungsunternehmen. Das angegliederte Wasserkraftwerk erzeugt mit umweltschonenden Ressourcen Energie. Wegen der besonderen Schutzbedürfnisse des Rohwassers für Trinkwasserzwecke ist eine wassersportliche Nutzung der Oleftalsperre ausgeschlossen.
- 19,30 Mio. m³ Stauraum (Vollstau)
- Pfeilerzellenmauer
- Erstausbau 1955-1959
- 1. Verstärkung 1962-1965
- 2. Verstärkung 1982-1985
Allgemeine Angaben
Lage der Sperrstelle: Im Tal der Olef, 8 km oberhalb der Stadt Schleiden (Kreis Euskirchen)
Zweck und Aufgaben der Anlage:
Hochwasserschutz
Trink- und Brauchwasserbereitstellung
Niedrigwasseraufhöhung
Energieerzeugung
Bauherr: Ehem. Rurtalsperren-GmbH in Aachen; Talsperrenverband Eifel-Rur in Düren
Hydrologie
Flussgebiet / Gewässer: Olef / Urft / Rur / Maas
Größe des Talsperreneinzugsgebietes: 48,3 km²
Mittlere jährliche Zuflusssumme: 32,5 Mio. m³
Mittlere jährliche Niederschlagshöhe im Einzugsgebiet: 1132 mm
Mittlere jährliche Abflusshöhe im Einzugsgebiet: 672 mm
Mittlere Abflussspende: 21,3 l/s*km²
Niedrigste / Höchste Abflussspende: 0,6 / 606,0 l/s*km²
(Anmerkung: hydrologische Angaben basieren auf den Daten von 1961 bis 2016)
Speicherbecken
Vollstau: 465,50 mNN
Höchstes Stauziel: 465,55 mNN (BHQ )
Maximale Stauhöhe: 50,00 m
Stauraum (Vollstau): 119,30 Mio. m³
Hochwasserrückhalteraum min. / max.: min.:
(Mai-Sept.) 1 Mio. m³
max.: (Dez.-Jan.) 6 Mio. m³
Ausbaugrad: 59 %
Stauseefläche (Vollstau): 1,05 km²
Länge des Speicherbeckens: 5 km
Absperrbauwerk
Typ: Pfeilerzellenmauer
Baustoffe: Erstausbau: unbewehrter Grobrüttelbeton
mit 30% Zuschlag von Grauwackensteinen Verstärkungsmaßnahmen: Stahlbeton
Kronenhöhe: 466,90 mNN
Kronenbreite: 5,50 m
Kronenlänge: 282,00 m
Größte Höhe über Gründungssohle: 59,40 m
Größte Breite in der Gründungssohle: 56,50 m
Mauerkubatur: 123.000 m³
Anschluss an den Untergrund: Wasserseitige Herdmauer mit
Kontrollgang; Gründung auf Fels;
Untergrundvergütung durch Zement-
Injektionen bis 30 m unter
Gründungssohle
Betriebseinrichtungen
Hochwasserentlastung:
HHQ = 73 m³/s
Einlaufbauwerk bestehend aus 4 Fischbauchklappen
(b= 4,5 m; h= 1,3 m) mit anschließendem Abfluss über den Pfeilerrücken der Staumauer mit Sprungschanze und Tosbecken mit Stoßbalken
Grund- und Betriebsauslass:
Stollen (Ø 2m) im Bereich der linken Talflanke mit wasserseitigem Notverschluss, Rohrbruchsicherung und luftseitigem Kegelstrahlschieber DN 1800 mm als Regulierorgan Der Grundablass mündet seitlich in das Tosbecken der Hochwasserentlastungsanlage
Wasserkraftnutzung: 2 Francisturbinen mit 3 MW installierter Leistung und einer Jahresenergieerzeugung von 2,6 GWh
Höhenangaben NHN-Höhe = NN-Höhe + 0,032 m
Mio. m³ Stauraum (Vollstau)
Maximale Stauhöhe 50,00 m
Länge des Speicherbeckens