Die Wehebachtalsperre

Bau und Funktionsweise der

Wehebachtalsperre

Die 1983 in Betrieb genommene  drittgrößte Talsperre des Nordeifel­raumes hat eine wesentliche Funktion im wasserwirtschaftlichen System der Eifel-Rur-Talsperren übernommen. Neben dem  Hochwasserschutz des Wehebach­tales und der unteren Inde bietet die Talsperre der Trinkwasser­versorgung für den Großraum Aachen und Düren eine ideale Versorgungs­sicherheit.

Das Absperr­bauwerk besteht aus einem Felsschüttdamm mit einer auf der Wasserseite liegenden, kontrollierten Asphaltdichtung (zweilagige Asphalt­dichtung mit zwischenliegender Drainageschicht). Als konstruktive Besonderheit wurde im Damm­querschnitt eine so genannte Bremszone eingebaut. Sie hat die Aufgabe bei einer Beschädigung oder Zerstörung der bituminösen Asphalt­außendichtung z.B. durch Erdbebeneinwirkung die Damm­durchströmung auf das Abfluss – vermögen des Wehebaches zu begrenzen.

Allgemeine Angaben

Lage der Sperrstelle: Im Tal des Wehebaches, oberhalb der Stadt Stolberg, Stadtteil Schevenhütte (Städteregion Aachen)

Zweck und Aufgaben der Anlage:
Hochwasserschutz
Trink und Brauchwasserbereitstellung
Niedrigwasseraufhöhung
Energieerzeugung

Bauherr: ehem. Talsperrenverband Eifel-Rur in Düren

Bauzeit: 1977-1981 

Hydrologie

Flussgebiet / Gewässer: Wehebach / Inde / Rur / Maas

Größe des Talsperren­einzugs­gebietes: 43,4 km²

Mittlere jährliche Zuflusssumme: 15,3 Mio. m³

Mittlere jährliche Niederschlagshöhe im Einzugsgebiet: 865 mm

Mittlere jährliche Abflusshöhe im Einzugsgebiet: 354 mm

Mittlere Abflussspende: 11,2 l/s*km²

Niedrigste / Höchste Abflussspende: 0,2 / 217,2 l/s*km²

(Anmerkung: hydrologische Angaben basieren auf den Daten von 1981 bis 2016)

Speicherbecken

Stauziel: 251,80 mNN

Höchstes Stauziel: 253,00 mNN (HHW)

Maximale Stauhöhe: 43,00 m

Stauraum (Stauziel): 25,06 Mio. m³

Hochwasserrückhalteraum min. / max.: min.:

min.: (Mai-Sept.) 1 Mio. m³
max.: (Dez.-Jan.) 4,5 Mio. m³

Ausbaugrad: 163 %

Stauseefläche (Vollstau): 1,62 km²

Länge des Speicherbeckens: 4 km

Absperrbauwerk

Typ: Felsschüttdamm mit wasserseitiger  Asphalt-Außendichtung und mit  bituminöser Bremszone im Dammkern

Baustoffe: Stützkörper: örtlich gewonnener Fels
(Schiefer und Grauwacke)
Außendichtung: Asphaltbeton mit Dränschicht
Bremszone: Bitumensand 0/2  innerhalb einer Kernzone  aus entfestigten und  zersetztem Steinbruchmaterial

Kronenhöhe: 255,00 mNN

Kronenbreite: 9,00 m

Kronenlänge: 435,00 m

Größte Höhe über Gründungssohle: 49,50 m

Größte Breite in der Gründungssohle: ca. 169 m

Dammkubatur: 750.000 m³

Anschluss an den Untergrund: Herdmauer mit Kontrollgang; Untergrundvergütung durch ZementInjektionen (Dichtungsschleier) bis 40 m unter Gründungssohle

Betriebseinrichtungen

Hochwasserentlastung:

HHQ = 65 m³/s
Einlaufbauwerk bestehend aus einem festen Überfallwehr mit 24 m Breite und anschließender offener Schussrinne und Muldentosbecken

Grund- und Betriebsauslass:

Einrichtungen in gemeinsamen
Betriebsauslassturm mit 9 m Ø und  anschließendem Stollen mit 4 m Ø
2 Betriebsauslässe DN 800
1 Grundablass DN 1400 mit wasserseitigem Rollgleitschützverschluss und
Absperrklappe als Rohrbruchsicherung,
luftseitig Kegelstrahlschieber DN 1400 als Regulierorgan

Wasserkraftnutzung: 1 1 Durchströmturbine mit 0,053 MW installierter Leistung und einer Jahresenergieerzeugung von 0,463 GWh

Impressionen von der

WEHEBACHTALSPERRE