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Im Kampf gegen menschengemachte Gesundheits­­gefahren

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert einen guten ökologischen Zustand unserer Gewässer: eine wesentliche Rolle spielt hier die Einleitung des geklärten Abwassers. Auch wenn wir inzwischen sehr hohe Standards einhalten können, werden einige chemische Substanzen durch die bisherigen Klärstufen nicht vollständig eliminiert. Durch ständige Verbesserungen der chemischen Nachweisverfahren lassen sich mittlerweile schädliche Stoffe in geringsten Konzentrationen in nahezu allen Gewässern nachweisen. Die meisten dieser Spurenstoffe sind menschengemacht und viele davon, wie z.B. Medikamente, sind aus der heutigen Zeit einfach nicht mehr wegzudenken bzw. können nicht sinnvoll vermieden oder ersetzt werden. Gerade Medikamentenrückstände oder hormonell wirksame Substanzen stehen aber im Verdacht, auch schon in sehr geringen Konzentrationen negative Auswirkungen auf das tierische Leben im Fluss zu haben. Eine besondere Bedeutung hat die Reduzierung von Spurenstoffeinträgen in Gewässer, die zur Erzeugung von Trinkwasser genutzt werden. Hier steht unmittelbar die menschliche Gesundheit im Fokus.

Moderne Wasserwirtschaft ist gefragt

Mit der Entwicklung innovativer Verfahren und Technologien können diese Stoffe aus dem Abwasser entfernt werden, bevor dieses in die Gewässer eingeleitet wird. Drei Verfahren haben sich bislang großtechnisch als wirksam erwiesen: pulverisierter Aktivkohle, die Filtration über granulierte Aktivkohle und die Ozonung. Im Zuge des durch das Land NRW geförderten Forschungsprojekts „demo3ac“ haben wir eine Demonstrationsanlage zur Ozonung des gesamten Abwasserstromes auf der Kläranlage Aachen-Soers errichtet. Unser Ziel: Die Evaluation des Einflusses der Ozonung auf das Gewässer – im konkreten Fall, der Wurm. Die Erkenntnisse fließen unter anderem in die Erstellung eines Handbuchs ein, was die Anwendung der Ozonung auf kommunalen Kläranlagen weiter optimiert und somit exakter planbar werden lässt. Nach mehr als anderthalb Jahren Dauerbetrieb haben wir nachgewiesen, dass eine große Bandbreite an Spurenstoffen durch den Einsatz unserer Abwasserozonung deutlich verringert werden kann. Gleichzeitig ist eine Bildung von unerwünschten Nebenprodukten der Ozonung sicher zu unterbinden. Darüber hinaus wird das gereinigte Abwasser desinfiziert und das Vorkommen multiresistenter Keime reduziert. All dieses trägt dazu bei, die Gewässerqualität der Wurm im Sinne des guten Zustands gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie kontinuierlich zu verbessern.

Ira Brückner
Ira Brückner Referentin des Vorstands 02421 494-1002 E-Mail schreiben

Projekthomepage:

www.demo3ac.wver.de

Gesamtlaufzeit:

11/2014 – 12/2020

Gesamte Projektkosten:

ca. 3,2 Mio. €

Förderung:

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (80 Prozent der Gesamtkosten)

Berichte:

Abschlussbericht und Kurzbericht der Phase 1

Machbarkeitsstudie

Projektpartner