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Die Ulme soll am Haarbach wieder eine Heimat finden

Ulmen waren in der Vergangenheit auch in unserer Region zahlreich vertreten. Doch im letzten Jahrhundert sorgte eine Pilzerkrankung, die vom Ulmensplintkäfer übertragen wird, dafür, dass die Berg- und Feldulmen hierzulande weitgehend ausgerottet wurden.

Jetzt soll die Ulme auf dem Gebiet der Stadt Aachen wieder heimisch werden. Dazu hat Jens Jürgen Korff, Historiker und Baumschützer, sich den Haarbach als Standort ausgesucht. Neun Ulmen pflanzte Korff, der auch für den BUND aktiv ist, mit Unterstützung des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) und des für den Haarbach zuständigen Gebietsingenieurs Thorsten Schulze-Büssing. Drei Jungbäume sollen nun am rechten Bachufer an der Haarbachtalstraße oberhalb der Welschen Mühle und drei Bäume am linken Bachufer weiter oberhalb wachsen. Weitere drei Bäume fanden eine Heimat im Hochwasserrückhaltebecken Kahlgracht, das vom WVER betrieben wird.

Die jungen Bäume wurden nicht nur von Korff angepflanzt, sondern von ihm seit ihrem Aufwachsen an begleitet. „Ein Freund von mir hat die Samen von zwei alten Ulmen am Fluss Aa in Herford entnommen, wo ich bis vor zwei Jahren gelebt habe, und angefangen, sie aufzuziehen“, berichtet der Umweltschützer. Von dort habe er die Bäumchen dann mitgebracht. In Herford und im benachbarten Bielefeld habe er als Naturführer bereits Führungen zu Bäumen gemacht. Seine Kindheit hat er allerdings am Haarbach verbracht. „Deswegen war es mir ein Anliegen, dort diese verloren gegangene Baumgattung wieder anzusiedeln.“

Ulmen können über 30 Meter hoch und 400 Jahre alt werden. Ihr „Rüster“ genanntes Holz wurde früher oft als Möbelfurnier verarbeitet. Ulmenblätter sind an ihrer eiförmigen Fläche und dem gezackten Blattrand zu erkennen; ebenso sitzen sie asymmetrisch am Stiel. Ihre Samen sind von einem ringförmigen Flügel umgeben.

Baubeginn des Retentionsbodenfilters an der Kläranlage Aachen-Soers

Die Kläranlage Aachen-Soers reinigt einen großen Teil der kommunalen und gewerblichen Abwässer der Stadt Aachen sowie die der angeschlossenen Industrie. Hinzu kommt Abwasser aus einem Teilbereich von Würselen. Da Schmutzwasser und Regenwasser in weiten Bereichen dieses Einzugsgebiets nicht getrennt sind, führt dies bei starken Regenfällen zu einem Zufluss, welcher die maximale Aufnahmekapazität der Kläranlage (3.000 Liter/sec) überschreitet. Deswegen gibt es auf der Anlage entsprechende Rückhaltebecken und vor der Anlage ein im Jahr 2005 in Betrieb genommenes Regenüberlaufbecken (RÜB). Insgesamt steht ein Speichervolumen von 26.000 Kubikmetern zur Verfügung. Selbst dieses reicht bei vielen Regenereignissen nicht aus, so dass Mischwasser unter definierten Umständen aus dem Regenüberlaufbecken in die Wurm eingeleitet werden darf. Es handelt sich dabei dann um stark durch Regenwasser verdünntes Abwasser, aus dem sich die Feststoffe zum großen Teil schon auf dem Beckenboden abgesetzt haben.

Inzwischen entspricht dieses Vorgehen jedoch nicht mehr den weitergehenden Anforderungen zur Sicherstellung der Gewässergüte der Wurm. Das durch das RÜB einzuleitende Abschlagswasser ist weitergehend zu reinigen, bevor es in den Fluss entlassen wird. Außerdem kommt es durch den Abschlag auch zu schwallartigen Abflüssen, die zu einer starken stoßweisen hydraulischen Belastung der Wurm führen.

Der Wasserverband Eifel-Rur als Betreiber der Kläranlage wird daher auf der Freifläche vor dem Regenüberlaufbecken einen sog. „Retentionsbodenfilter“ errichten. Dieser besteht aus sechs einzelnen Becken, auf deren Sohle sich eine abwasserdurchlässige Filterschicht befindet. In dieser Filterschicht entfernen Mikroorganismen die noch im Mischwasser enthaltenen gelösten Schmutzstoffe. Damit wird das Mischwasser weitergehend biologisch gereinigt. Erst nachdem das Wasser die Filterschicht durchsickert hat, gelangt es in die Wurm. Durch die Speicherkapazität der Becken wird der Abfluss zudem gedrosselt, sodass die hydraulische Belastung der Wurm verringert wird. Zur Auflockerung der Filterschicht wird flächendeckend Schilf eingepflanzt, was den Becken optisch einen „Reisfeldcharakter“ verleiht.

Bevor der Wasserverband mit dem Bau der Becken und den dafür notwendigen Erdarbeiten beginnen kann, sind vorbereitende Arbeiten notwendig, die jetzt in Angriff genommen werden. So erfolgt zunächst eine Kampfmitteluntersuchung, da auch hier noch mit Resten von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg zu rechnen ist. Daran schließen sich archäologische Untersuchungen und gegebenenfalls notwendige Dokumentation von Funden an. Voraussichtlich im November wird zwischen dem Baugelände und den Häusern an der benachbarten Siedlung „Hochbrück“ eine Spundwand in den Boden getrieben, die ein Abfließen von Grundwasser aus der Siedlung in die Baustelle und damit Setzungsbewegungen an den Häusern verhindern wird.

Nach Erstellung der Spundwand beginnen dann im Jahr 2021 die Erdarbeiten zur Errichtung der Retentionsbodenfilterbecken sowie die Betonierung der Zuleitungskanäle. Voraussichtlich im März 2022 sollen Bauarbeiten beendet sein.

Der Retentionsbodenfilter hat eine Fläche von 30.000 Quadratmetern – entsprechend ca. 4 Fußballfeldern – und ist damit einer der größten Retentionsbodenfilter Deutschlands. Er hat darüber hinaus ein Fassungsvermögen von 37.000 Kubikmetern. Die Baukosten sind mit ca.  22 Mio. Euro veranschlagt.