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Rurtalsperre Schwammenauel läuft ab Mitternacht über

Heftige Zuflüsse sorgten dafür, dass die Rurtalsperre Schwammenauel zum Überlauf kam. Dies konnte auch durch eine vorherige Erhöhung der Abgabe aus dem Stausee nicht verhindert werden.

Ab 23:50 Uhr in der vergangenen Nacht begann die Talsperre, Wasser über die Hochwasserentlastungsanlage abzugeben. Diese Anlage, eine Betonschussrinne, die das Wasser am Damm vorbei in den Unterlauf abführt, sorgt dafür, dass ein Überströmen des Dammkörpers selbst verhindert wird.

Der Überlauf fiel jedoch geringer aus als zunächst befürchtet, da im Einzugsgebiet der Talsperre die Niederschlagsmengen und damit auch die immer noch hohen Zuflüsse zur Talsperre abgenommen hatten. Außerdem hatte der Verband im Vorhinein durch ein behutsames, weiteres Öffnen der Grundablässe in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln den Zeitpunkt des Überlaufs aktiv um bis zu fünf Stunden nach hinten verschoben. Dadurch wurde Zeit gewonnen, die für weitere Warnungen und Evakuierungen von Menschen aus den von Überschwemmung gefährdeten Gebieten genutzt werden konnte.

Die Talsperre läuft zurzeit mit ca. 7 Kubikmeter pro Sekunde über. Es wird mit einer weiteren Entspannung des Zulaufs in die Talsperre gerechnet.

Zeitgleich mit dem Überlauf wird Wasser über die Grundablässe (29 Kubikmeter pro Sekunde) und das Kraftwerk Schwammenauel (30 Kubikmeter pro Sekunde) in das Staubecken Heimbach abgegeben. Hinzu kommen noch 17 Kubikmeter pro Sekunde aus der Urfttalsperre über das Jugendstilkraftwerk Heimbach. Die Abgabe in den Unterlauf der Rur ab dem Staubecken beträgt zurzeit 83 Kubikmeter pro Sekunde; sie konnte durchgehend unter 100 Kubikmeter pro Sekunde gehalten werden. Dieses Ziel wird auch im Weiteren beibehalten. Voraussetzung ist jedoch, dass es in der Eifel keine weiteren, ergiebigen Regenfälle gibt.

Über das Staubecken Obermaubach wurden am Morgen 113 Kubikmeter pro Sekunde in den Unterlauf abgegeben. Auch in der Nacht wurde hier ein Wert von 125 Kubikmetern nicht überschritten, die Zuflüsse aus dem Einzugsgebiet der Kall mit eingerechnet.

Die Urfttalsperre, die in der Nacht zum Donnertag noch mit bis zu 270 Kubikmetern über den Kaskadenhang in den Obersee der Rurtalsperre überlief, gibt dort zurzeit noch ca. 30 Kubikmeter pro Sekunde nach unten ab.

In Jülich wurde am Morgen ein Durchfluss von 184 Kubikmetern pro Sekunde gemessen. Vor allem auch durch sinkende Zuflüsse aus der Inde in Kirchberg ist hier eine Entspannung der Lage zu erwarten.

Dies gilt auch für den Rurpegel in Stah im Kreis Heinsberg vor Abfluss in die Niederlande, da die Wurmpegel weiter rückläufige Tendenz zeigen (In Herzogenrath nur noch ca. 10 Kubikmeter pro Sekunde nach Spitzenwerten von fast 60 Kubikmetern).

Der Wasserverband Eifel-Rur betont, dass er auch in engem Kontakt mit der Waterschap Limburg steht, die für die Rur in den Niederlanden bis zu deren Mündung in die Maas zuständig ist, da die Rur als grenzüberschreitender Fluss nur gemeinschaftlich zu bewirtschaften ist.

Ebenso dankt der WVER bereits jetzt allen Beteiligten und der Öffentlichkeit für die konstruktive und intensive Zusammenarbeit, die auch in den nächsten Tagen noch der Fortsetzung bedarf.

WVER-Eilmeldung zur Hochwassersituation an der Rur, 19.07.2021, 21:00 Uhr

Aktuelle Lage im Einzugsgebiet der Urft

Die Situation an der Urft und ihrem Einzugsgebiet ist, ähnlich wie an Inde und Vicht, durch starke Zerstörungen geprägt. Der WVER ist an diesen Gewässerabschnitten weder für die Gewässerunterhaltung noch für den Hochwasserschutz verantwortlich. Allerdings ist auch der WVER in diesem Gebiet von den Folgen des extremen Regenereignisses betroffen: zahlreiche Kläranlagen, Regenüberlaufbecken sowie Pumpwerke wurden überflutet, und sind in Folge dessen vollständig ausgefallen. Alle Kläranlagen außer Schleiden und Urft/Nettesheim konnten zumindest provisorisch wieder in Betrieb genommen werden. An den vorgenannten Anlagen laufen derzeit Aufräumarbeiten und die Bestandsaufnahme der Schäden.

Aktuelle Lage an den weiteren Hauptnebenflüssen der Rur

Auch an Inde, Vicht und Wurm gab es starke Überflutungen. Besonders betroffen sind unter anderem die Städte Eschweiler und Stolberg. Dort wurden zahlreiche Häuser zerstört bzw. stark beschädigt. Wichtige Industriebetriebe mussten die Arbeit einstellen. Der öffentliche Sektor und die Infrastruktur sind umfänglich in Mitleidenschaft gezogen. Das Rathaus Stolberg ist bis auf Weiteres nicht mehr nutzbar, der dortige Europatunnel ist weiterhin nicht zugänglich. Indes schreiten die Aufräumarbeiten weiter voran: In Kooperation mit der Kommune räumt der WVER Abflusshindernisse aus der Vicht, wie z. B. von der Flut mitgerissene Bäume. Hierzu müssen vielerorts zunächst noch die Schuttberge an den Ufern entfernt werden. Auch muss überprüft werden, ob die Ufer und Brücken noch standsicher sind. Die zahlreichen Schäden an den Gewässern werden vom WVER nun systematisch erfasst, um eine priorisierte Beseitigung vornehmen zu können.

Aktuelle Lage im Unterlauf der Rur

In Wassenberg-Ophoven wurden die Hochwasserschutzdeiche der Kommune und des Verbandes durch die langanhaltenden Rekordwasserstände aufgeweicht und teilweise beschädigt. Auch wenn der Deich dank des großen Einsatzes nach wie vor intakt ist, wurde der Ort rückwärtig eingestaut. Dies ist auf die Überströmung eines anderen Deiches oberhalb zurückzuführen. Das Wasser ergoss sich daraufhin über die K 34 in den Baaler Bach nach Ophoven. Bedingt durch den steigenden Wasserpegel der Rur konnte dieser nicht mehr abfließen. Schließlich brach dann, an einer weiteren Stelle im oberstromigen Hinterland, ein anderer Deich und verstärkte über die K 34 die dort schon bestehende Überflutung.

Infolge des Rückgangs der Wassermengen in den Oberläufen der WVER-Gewässer (siehe hierzu auch die Information zur aktuellen Lage an den Talsperren) sinkt der Wasserstand in der Rur auch bei Ophoven nun deutlich ab.

Aktuelle Lage an den Talsperren

Die Tendenz unserer letzten Meldung setzt sich fort: die Überläufe über die Hochwasserentlastungsanlagen von Urft- und Rurtalsperre sind vollständig zum Erliegen gekommen, die Wasserspiegel sinken durch die erhöhte Regelabgabe sowie die abnehmenden Zuflüsse aus der Urft und der Rur weiterhin ab. Die sinkenden Füllstände führten dazu, dass die Abgabe ab Staubecken Heimbach am heutigen Nachmittag allmählich von etwa 80 auf etwa 50 m³/s reduziert werden konnte. Somit wird der Wasserstand in der Rur weiterhin abnehmen. Bis jedoch die vielerorts aufgetretenen Überschwemmungen ganz abgelaufen sind, wird noch geraume Zeit vergehen.

In die Talsperren und Staubecken sind durch das Hochwasserereignis erhebliche Mengen Unrat und ausgelaufenes Heizöl eingetragen worden. Die erforderlichen großräumigen Arbeiten zur Entfernung der Verschmutzungen können mit einer zeitweisen Einschränkung der Nutzung des Hauptsees der Rurtalsperre Schwammenauel zu Wassersportzwecken und des Erholungsverkehrs einhergehen.

Leider noch keine Entwarnung!

Trotz der zurückgehenden Wassermengen werden die Wasserstände in allen Verbandsgewässern noch eine Weile hoch bleiben, da aus den Einzugsgebieten immer noch Wasser in die Flüsse und Bäche nachläuft. Weiterhin ist eine vergleichsweise hohe Abgabe aus der Rurtalsperre notwendig, um deren Pegel zu senken. Vor dem Betreten oder Befahren der Wasserflächen wird dringend gewarnt, da unter der Wasseroberfläche unerkannte Gefahren drohen können: die Strömung ist vielerorts noch beträchtlich.

Schadensgebiete meiden!

Der WVER bittet die Bevölkerung eindringlich, die Schadensgebiete nach Möglichkeit zu meiden, um die laufenden Schutz- und Aufräumarbeiten nicht zu behindern. Insbesondere distanziert sich der Verband ausdrücklich von allen Formen des „Hochwassertourismus“.

Zu den Fakten:

In sozialen Medien und auch im Rundfunk kursierten in den letzten Tagen immer wieder die Vermutung, dass die Talsperren des WVER, insbesondere die Oleftalsperre und die Rurtalsperre, brechen könnten. Hierbei handelt es sich um Falschaussagen! Alle Talsperren des Verbands sind in gutem Zustand und erfüllen Ihre Aufgaben im vollen Umfang.

Auf der Website des WVER informieren wir Sie regelmäßig über die aktuelle Situation.

WVER
Alle Angaben basieren auf der derzeitigen Einschätzung der Situation.

Talsperrenabgabe muss deutlich erhöht werden

Der Wasserverband erhöht bis zum Nachmittag die Abgabe aus den Talsperren ab dem Staubecken Heimbach kontinuierlich auf 50 Kubikmeter in der Sekunde. Dies ist die größtmögliche Abgabemenge in den Sommermonaten.

Die Zuflüsse zu den Talsperren sind in der Nacht dramatisch angestiegen. Besonders das Einzugsgebiet der Urfttalsperre erbrachte unerwartet hohe Zuflüsse.

So flossen der Urfttalsperre weit über 200 Kubikmeter pro Sekunde zu, jenseits des Wertes, der vom Zuflusspegel in Gemünd erfasst werden kann. Über das Jugendstilkraftwerk Heimbach wird deshalb dauerhaft die maximal mögliche Abgabe von 17 Kubikmetern pro Sekunde in das Staubecken Heimbach abgegeben. Zudem läuft die Talsperre in der Spitze mit bis zu 270 Kubikmetern pro Sekunde in den Obersee der Rurtalsperre über. Dem Obersee fließen aus der Rur und der Erkensruhr noch einmal ca. 110 Kubikmeter pro Sekunde zu. Dieser Gesamtzufluss von ca. 400 Kubikmeter pro Sekunde liegt deutlich über einem 100jährlichen Zuflussereignis. Die Abgabe von 50 Kubikmetern stellt damit immer noch eine Reduzierung des Hochwassers im Unterlauf des Talsperrensystems auf ein Achtel dar. Die erhöhte Abgabe in die Rur wird einige Tage andauern, da auch bei einem Abflauen der Regenfälle noch einige Zeit mit einem Nachlaufen von Wasser aus dem Einzugsgebiet zu rechnen ist.

„Wasserdialog“ des WVER zum Tag des Wassers

Seit 1993 ist er fester Bestandteil des Jahreskalenders: Am 22. März findet wieder der „Internationale Tag des Wassers“ statt. Er soll die Aufmerksamkeit auf das für uns alle überlebenswichtige Element lenken. Der diesjährige Tag des Wassers steht unter dem Leitspruch „Der Wert des Wassers.“

„Gerade die drei letzten Trockensommer haben uns den Wert des Wassers noch einmal vor Augen geführt“, betont Dr. Joachim Reichert, Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER). Deswegen habe der Verband sich entschlossen, am 22. März im Rahmen seiner Reihe „Wasserdialog“ eine Informationsveranstaltung rund um die Zukunft des Wassers und des Trinkwassers in unserer Region anzubieten. Diese wird in Zusammenarbeit mit der Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG) durchgeführt. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen wird der Wasserdialog erstmals digital stattfinden und um 19 Uhr beginnen. Die Dialogveranstaltung steht allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen.

Vorgesehen sind zwei Vorträge zum Thema. Dr. Christof Homann, Leiter der Hydrologie beim WVER, wird zum Thema „Talsperrenbewirtschaftung der Zukunft“ berichten. Dabei geht es nicht zuletzt auch um die Herausforderungen, die der Klimawandel für die Stauanlagen darstellt. Den zweiten Vortrag wird unter dem Titel „Die Bedeutung der Eifeltalsperren für die Trinkwasserversorgung im Raum Aachen“ Walter Dautzenberg, technischer Geschäftsführer der Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG), halten. Dabei geht er unter anderem der Frage nach, wie das Talsperrenverbundsystem der Eifel geschützt wird, um die Trinkwasserversorgung des Raumes Aachen sicherzustellen. Die WAG – ein Tochterunternehmen der STAWAG AG und der Enwor GmbH- betreibt u. a. das Trinkwasserwerk an der Dreilägerbachtalsperre in Roetgen.

Im Anschluss wird es eine Podiumsdiskussion geben, an der neben den Referenten auch der WVER-Vorstand sowie der Gewässer-Dezernent des Verbands, Dr. Gerd Demny, teilnehmen werden. Hier werden auch Fragen der interessierten Gäste beantwortet.

Zur Veranstaltung, die kostenfrei ist, kann man sich anmelden über www.wver-live.de. Der Wasserverband freut sich auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu diesem überaus wichtigen Thema.

Die Rurtalsperre Schwammenauel ist das Herzstück der Talsperrenlandschaft in der Nordeifel.

erhöhte talsperrenabgabe von 40 kubikmetern wird beibehalten

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) teilt mit, dass er die bisherige erhöhte Abgabe aus dem Talsperrensystem ab dem Staubecken Heimbach von 40 Kubikmeter pro Sekunde bis auf weiteres beibehalten wird. Die Niederschläge der letzten Tage haben die Pegelstände in den Stauseen weiter ansteigen lassen. Bis Donnerstagnachmittag ist zudem mit weiteren Regelfällen von bis zu 10 Millimetern zu rechnen. In den darauf folgenden, trockeneren Tagen werden die Wasserstände voraussichtlich wieder absinken. Deshalb erwartet der Verband nicht, dass er die jetzige Abgabe auf die maximale Abgabe von 60 Kubikmetern pro Sekunde erhöhen muss.

Die erhöhte Abgabe dient dem Freihalten bzw. der Bewirtschaftung der so genannten Hochwasser-Rückhalteräume, mit denen Wassermengen bei massiven Zuflüssen aufgefangen werden können, um die Unterläufe vor Hochwasser zu schützen. Die Urfttalsperre und auch die Oleftalsperre sind zurzeit leicht in ihre Rückhalteräume eingestaut. Die Rurtalsperre Schwammenauel bewegt sich genau an der Grenze.

Der WVER weist darauf hin, dass durch die erhöhte Abgabe, weitere Zuflüsse aus dem Einzugsgebiet und die Niederschläge die Grundwasserstände in Rurnähe in den nächsten Tagen nicht wesentlich zurückgehen werden.

Erfreulich ist die Entwicklung an der Wehebachtalsperre. Diese ist erstmals seit vier Jahren wieder über dem langjährigen Mittelwert für den Vergleichszeitraum gefüllt.

Für den weiteren Jahresverlauf hält der Wasserverband fest, dass die Stauinhalte mehr als ausreichend sind, um die Versorgungsaufgaben zugunsten der Trinkwasseraufbereitung und der gewerblichen Wassernutzungen zu erfüllen. Der hohe Wasserstand im Rursee dürfte zudem für die Segler angesichts der bevorstehenden Segelsaison eine willkommene Ausgangsbasis darstellen.


Abgabe aus den Talsperren Erhöht

Der Wasserverband Eifel-Rur hat gestern seine Abgabe aus dem Talsperrensystem der Eifel ab dem Staubecken Heimbach betriebsplanmäßig auf 40 Kubikmeter / sec. erhöht. Aufgrund der ergiebigen Regenfälle der letzten Wochen war den Talsperren viel Wasser zugeflossen, sodass die Erhöhung der Abgabe zum Schutz der freizuhaltenden Hochwasserrückhalteräume notwendig wurde. Die Abgabe wird voraussichtlich bis mindestens in die nächste Woche andauern.

Die überdurchschnittlich hohen Füllstände der Talsperren bedeuten auch, dass der Verband für einen eventuell kommenden Trockensommer in seinen Versorgungsaufgaben gut gerüstet ist. Selbst die Wehebachtalsperre, die in den letzten Jahren geringe Füllstände aufwies, ist zurzeit mit 13 Mio. Kubikmetern Inhalt zu mehr als der Hälfte gefüllt.