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Hochwasserberatung durch Experten in Wassenberg

Das Extremhochwasser im Juli 2021 hat viele Orte stark getroffen. So auch Wassenberg. Hier können sich alle Bürgerinnen und Bürger Expertentipps zum Umgang mit Hochwasser einholen. Dazu wird ein Infomobil vor Ort sein. Das Infomobil hält Anschauungsmaterial zum allgemeinen Hochwasserschutz und weitere Informationen bereit. Die Beratung durch ausgewiesene Fachexperten umfasst auch Tipps für den hochwassersicheren Objektschutz von Wohn- und Geschäftshäusern. Neben Empfehlungen für bauliche Maßnahmen an Gebäuden werden auch Hinweise für die Verhaltensvorsorge ausgesprochen. Die Beratung durch Experten des Hochwasser Kompetenz Centrums wird durch den Wasserverband Eifel-Rur (WVER) im Rahmen eines Projekts zur hochwasserresilienten Stadtentwicklung koordiniert. Die Beratung findet statt am:

  • Dienstag, den 02.11.2021 Wassenberg, Sackgasse Jülicher Straße (Straßenende) von 14:30 – 18:30 Uhr
  • Montag, den 08.11.2021 Wassenberg-Ophoven, Schützenstraße, Parkplatz Sportplatz von 13:00 bis 17:00 Uhr

Der Standort des Informationsmobils kann auch unter https://arcg.is/0bnj4q eingesehen werden. Die Fachexperten freuen sich auf einen regen Austausch mit den betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

Regenrückhaltebecken „Alt Holland“ in Wassenberg vorgestellt

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) stellte heute in Wassenberg an der Erkelenzer Straße das neue Regenrückhaltebecken „Alt Holland“ vor. Die Vorstellung fand wegen der Corona-Pandemie in kleinem Kreis statt. Neben dem Bürgermeister der Stadt Wassenberg, Marcel Maurer, nahmen daran auch der Vorstand des WVER, Dr. Joachim Reichert, und Bürgermeister Bernd Jansen aus Hückelhoven als Vertreter des WVER-Verbandsrats teil.

Altes RÜB nicht mehr ausreichend

Der Wasserverband Eifel-Rur betreibt in Wassenberg das Regenüberlaufbecken (RÜB) „Alt Holland.“ Es befindet sich neben der Erkelenzer Straße (B221) gegenüber dem Ludwig-Essers-Platz im Zugangsbereich des Wassenberger Stadtwaldes und hat ein Volumen von 800 Kubikmeter. Es wurde ca. 1985 durch die Stadt Wassenberg errichtet und in Betrieb genommen.

Dieses übererdete Betonbecken hält bei stärkeren Regenereignissen mit Regenwasser verdünntes Abwasser zurück, um die Kläranlage Wassenberg zu entlasten. Unter definierten Umständen darf ein solches Becken auch Mischwasser abschlagen, das sich in diesem Fall in Richtung des Gasthausbaches und der Teiche im Wald ergoss. Dies führte zu einer starken hydraulischen und stofflichen Belastung des Baches.

Die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zur Wiederherstellung eines guten ökologischen Gewässerzustands machten es nun erforderlich, den Gasthausbach vor den starken hydraulischen Belastungen weitergehend zu schützen.

Neues Becken sorgt für Entlastung

Deswegen wurde gegenüber dem bestehenden RÜB durch den Wasserverband Eifel-Rur ein weiteres Becken errichtet, das mehr Mischwasser zwischenspeichern kann und damit die Heftigkeit der Abschläge deutlich drosselt. Dieses Becken selbst schlägt dabei nicht ab, es handelt sich um ein Regenrückhaltebecken, das Mischwasser nur zurückhält. Es hat ein Volumen von 2.750 Kubikmeter. Dadurch kann eine Reduzierung der Einleitung von bis zu ca. 2.440 Litern pro Sekunde auf 16 Liter pro Sekunde (!) erzielt werden.

Um den Gasthausbach und seine Teiche besonders im Naherholungsgebiet Judenbruch von Einleitungen frei zu halten ist, wurde zudem die Einleitstelle durch den Bau einer Abschlagsleitung außerhalb des einleitungsfrei zu haltenden Bereiches verlegt. Das RRB ist ein Stahlbetonbecken, das in einer Baugrube gegenüber dem RÜB errichtet wurde. Dazu mussten an der entsprechenden Stelle vorhandene Bäume zur Gewinnung des Baufelds gerodet werden.

Bauablauf, Kosten und ein Todesfall

Der Bau des Beckens begann im Juli 2018. Die Baugrube selbst wurde durch Metallspundwände gesichert. Dabei kam es zu Verzögerungen, da unter anderem ein Konzept für die statische Sicherung der Spundwände neu erstellt werden musste. Außerdem erwies sich der Anfall von Grundwasser, das aus der Baugrube durch umgebende Sümpfungen fernzuhalten war, als aufwendig. Nach dem Guss der Bodenplatte wurden die Seitenwände des Beckens hochgezogen; danach wurde es von oben verschlossen und schließlich übererdet, sodass es als Bauwerk in der Landschaft nicht negativ auffällt.

Die neue Abschlagsleitung hat eine Länge von ca. 400 Metern. Sie wurde im unterirdischen Vortrieb entlang eines Wanderweges verlegt, sodass dieser außer für den Bau von insgesamt fünf Schächten nicht geöffnet wurde.

Die Baumaßnahmen konnten im April 2021 abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,7 Mio. Euro.

Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass bei der Bauausführung ein Bauarbeiter unter tragischen Umständen ums Leben kam.

Vorstellung des Beckens, v. l. Bürgermeister Marcel Maurer, Walter Horres, zuständiger Projektingenieur des WVER, Dr. Joachim Reichert, Vorstand des WVER, Bernd Jansen, Bürgermeister von Hückelhoven und WVER-Verbandsrat
Unter dem Hügel rechts befindet sich das bereits vorhandene Regenüberlaufbecken, in der Mitte läuft der Spazierweg von der Erkelenzer Straße in den Stadtwald hinein, rechts die freie, übererdete Fläche des neuen Regenrückhaltebeckens