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Mitteilung des WVER zu den für das kommende Wochenende erneut zu erwartenden Niederschlägen

Zum Wochenende hat der DWD erneute Niederschläge vorhergesagt. Diese fallen diesmal jedoch wesentlich geringer aus als beim zurückliegenden Hochwasserereignis. Zudem sind sie örtlich begrenzt.

Der Wasserverband schafft in Abstimmung mit der Bezirksregierung weiterhin durch eine erhöhte Abgabe in seinen Talsperren Platz für den zusätzlich erwarteten Regen – besonders in der Urft- und in der Rurtalsperre. Die Niederschläge können dadurch in Summe vollständig aufgenommen werden.

Oleftalsperre und Wehebachtalsperre haben auch während des Hochwasserereignisses genügend Speichervolumen aufgewiesen. Dies gilt auch jetzt.

An den Gewässern wie Inde und Wurm lässt sich ein starker Rückgang in Richtung der normalen Pegelstände beobachten. Diese Flüsse können nicht durch Talsperren reguliert werden.

Im Rahmen der Vorhersage der Niederschläge werden in Summe keine weiteren Überflutungen erwartet. Es sind jedoch örtliche Starkregenereignisse möglich.

Durch das zurückliegende Extremhochwasser ist es streckenweise zu Beschädigungen des Ufers und des Gewässerbetts gekommen. Dies gilt besonders für das Flussgebiet der Inde und Vicht. Ähnliche Auswirkungen sind für das Flussgebiet der Urft und Olef berichtet worden.

Durch erhöhte Pegelstände kann es vereinzelt zu weiteren Schäden kommen.

Bitte beachten Sie zur weiteren Entwicklung die Informationen auf unserer Homepage www.wver.de. Diese sind über das rote Laufband direkt abrufbar.

Rurtalsperre Schwammenauel läuft ab Mitternacht über

Heftige Zuflüsse sorgten dafür, dass die Rurtalsperre Schwammenauel zum Überlauf kam. Dies konnte auch durch eine vorherige Erhöhung der Abgabe aus dem Stausee nicht verhindert werden.

Ab 23:50 Uhr in der vergangenen Nacht begann die Talsperre, Wasser über die Hochwasserentlastungsanlage abzugeben. Diese Anlage, eine Betonschussrinne, die das Wasser am Damm vorbei in den Unterlauf abführt, sorgt dafür, dass ein Überströmen des Dammkörpers selbst verhindert wird.

Der Überlauf fiel jedoch geringer aus als zunächst befürchtet, da im Einzugsgebiet der Talsperre die Niederschlagsmengen und damit auch die immer noch hohen Zuflüsse zur Talsperre abgenommen hatten. Außerdem hatte der Verband im Vorhinein durch ein behutsames, weiteres Öffnen der Grundablässe in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln den Zeitpunkt des Überlaufs aktiv um bis zu fünf Stunden nach hinten verschoben. Dadurch wurde Zeit gewonnen, die für weitere Warnungen und Evakuierungen von Menschen aus den von Überschwemmung gefährdeten Gebieten genutzt werden konnte.

Die Talsperre läuft zurzeit mit ca. 7 Kubikmeter pro Sekunde über. Es wird mit einer weiteren Entspannung des Zulaufs in die Talsperre gerechnet.

Zeitgleich mit dem Überlauf wird Wasser über die Grundablässe (29 Kubikmeter pro Sekunde) und das Kraftwerk Schwammenauel (30 Kubikmeter pro Sekunde) in das Staubecken Heimbach abgegeben. Hinzu kommen noch 17 Kubikmeter pro Sekunde aus der Urfttalsperre über das Jugendstilkraftwerk Heimbach. Die Abgabe in den Unterlauf der Rur ab dem Staubecken beträgt zurzeit 83 Kubikmeter pro Sekunde; sie konnte durchgehend unter 100 Kubikmeter pro Sekunde gehalten werden. Dieses Ziel wird auch im Weiteren beibehalten. Voraussetzung ist jedoch, dass es in der Eifel keine weiteren, ergiebigen Regenfälle gibt.

Über das Staubecken Obermaubach wurden am Morgen 113 Kubikmeter pro Sekunde in den Unterlauf abgegeben. Auch in der Nacht wurde hier ein Wert von 125 Kubikmetern nicht überschritten, die Zuflüsse aus dem Einzugsgebiet der Kall mit eingerechnet.

Die Urfttalsperre, die in der Nacht zum Donnertag noch mit bis zu 270 Kubikmetern über den Kaskadenhang in den Obersee der Rurtalsperre überlief, gibt dort zurzeit noch ca. 30 Kubikmeter pro Sekunde nach unten ab.

In Jülich wurde am Morgen ein Durchfluss von 184 Kubikmetern pro Sekunde gemessen. Vor allem auch durch sinkende Zuflüsse aus der Inde in Kirchberg ist hier eine Entspannung der Lage zu erwarten.

Dies gilt auch für den Rurpegel in Stah im Kreis Heinsberg vor Abfluss in die Niederlande, da die Wurmpegel weiter rückläufige Tendenz zeigen (In Herzogenrath nur noch ca. 10 Kubikmeter pro Sekunde nach Spitzenwerten von fast 60 Kubikmetern).

Der Wasserverband Eifel-Rur betont, dass er auch in engem Kontakt mit der Waterschap Limburg steht, die für die Rur in den Niederlanden bis zu deren Mündung in die Maas zuständig ist, da die Rur als grenzüberschreitender Fluss nur gemeinschaftlich zu bewirtschaften ist.

Ebenso dankt der WVER bereits jetzt allen Beteiligten und der Öffentlichkeit für die konstruktive und intensive Zusammenarbeit, die auch in den nächsten Tagen noch der Fortsetzung bedarf.

Fällarbeiten an der Wurm bei Würselen als Vorarbeit zu einer Sicherung der Uferböschung

Der Wasserverband Eifel-Rur wird ab Mittwoch dieser Woche im Bereich der Brücke Schweilbacher Straße / Rolandstraße, nahe der Gastwirtschaft Teuterhof, einige Bäume an der Wurm fällen. Diese werden in der – von der Brücke aus wurmabwärts gesehenen – rechten Böschung als vorbereitende Maßnahme für eine Erneuerung der Böschungsbefestigung entfernt.

Direkt unterhalb der Straßenbrücke macht die Wurm einen scharfen Knick. Um das Prallufer, das bei höheren Abflüssen einem sehr starken Wasserangriff ausgesetzt ist, zu schützen, wurden Anfang der 1990er Jahre schottergefüllte Drahtkörbe (sog. „Gabionen“) zur Sicherung der Böschung gegen Ausspülungen und Uferabbrüche eingebaut. Die Drahtschotterkörbe sind größtenteils verrostet und abgesackt. Ein Teilbereich musste bereits temporär mit Sandsäcken geschützt werden. Um die Böschung in diesem Bereich wieder dauerhaft zu sichern, sollen im kommenden Sommer entsprechende Baumaßnahmen durchgeführt werden. Die Ufersicherung dient insbesondere auch dem Schutz der Straßenbrücke und dem dort verlaufenden Wanderweg.

Der Wasserverband Eifel-Rur muss die Fällarbeiten bis Ende Februar durchführen, um die Vögel beim Nestbau und Brüten nicht zu stören. Die Arbeiten im Naturschutzgebiet wurden mit dem Umweltamt der Städteregion Aachen abgestimmt und von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt.

Auch der zweite – etwas weiter stromabwärts gelegene – Böschungsschaden im Bereich eines Abwasserkanals ist seit Anfang 2019 temporär gesichert. Die damalige Schadstelle wird seitdem ständig überwacht und befindet sich in einem stabilen Zustand. Die dauerhafte Sicherung der dortigen Böschung erfordert allerdings technisch aufwändige Maßnahmen. Diese werden derzeit in Abstimmung mit der Stadt Würselen geplant. Die langfristige Erneuerung der Uferböschung ist für das Jahr 2022 vorgesehen.

Deutlich sind die schadhaften Gabionen in der Uferböschung zu sehen