UNSERE TALSPERREN

Die Talsperren der Nordeifel

Die Talsperren des Wasserverbands Eifel-Rur prägen seit Jahrzehnten die Landschaft der Nordeifel und sichern als leistungsstarke Wasserreservoire die Versorgung von Mensch und Natur. Sie schützen vor Hochwasser, liefern Trink- und Brauchwasser, unterstützen die Energiegewinnung und bieten zugleich Räume für Erholung und Naturerlebnis. Im Verbandsgebiet des WVER liegen 9 Talsperren, von denen 6 vom WVER betrieben werden.

Gemeinsam verfügen diese über ein Stauvolumen von etwa 300 Millionen Kubikmetern Wasser. Drei weitere Talsperren, die rein der Gewinnung von Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung dienen, werden von den Wasseraufbereitungsgesellschaften selbst betrieben. 

Die Olef-, Urft- und Rurtalsperre sowie die beiden Staubecken Heimbach und Obermaubach bilden gemeinsam das zusammenhängende Rurtalsperrensystem. Dessen Errichtung begann 1901 mit der Grundsteinlegung der Urfttalsperre und wird seit der Fertigstellung der Oleftalsperre im Jahr 1959 mit einem gemeinsamen Betriebsplan bewirtschaftet. Die Wehebachtalsperre, etwas abseits des Talsperrensystems gelegen, stellt einen weiteren Baustein der Versorgungssicherheit des Großraums Aachen und Düren dar und bietet Hochwasserschutz für das Wehebachtal und die untere Inde.

Oleftalsperre

Olef­talsperre

Urfttalsperre

Urft­talsperre

Staubecken Heimbach

Staubecken Heimbach

Staubecken Obermaubach

Staubecken Obermaubach

Wehebachtalsperre

Wehebach­talsperre

Was ist eine Talsperre?

Eine Talsperre ist ein Bauwerk, das ein Tal quer zur Fließrichtung eines Gewässers absperrt, um Wasser aufzustauen und in einem Stausee zurückzuhalten. Der Begriff Talsperre umfasst dabei das Absperrbauwerk an sich aber auch das Speicherbecken. Talsperren werden in Abhängigkeit der Höhe ihres Absperrbauwerks, bzw. des Gesamtstauvolumens in Talsperrenklassen unterteilt. Die WVER-eigenen Talsperren, auch die beiden Staubecken, sind gemäß dieser Definition den großen Talsperren zuzuordnen und unterliegen damit strengen Auflagen bezüglich ihres Betriebs und ihrer Überwachung.

Weiterhin können Talsperren nach der Bauweise ihrer Absperrbauwerke unterschieden werden: Es gibt unter anderem massiv errichtete Staumauern sowie geschüttete Staudämme. Welche Bauart zum Einsatz kommt, hängt von einer Vielzahl Faktoren ab, darunter die geologischen und geografischen Bedingungen des Standorts, die hydrologischen und topografischen Verhältnisse, aber auch die angestrebte Nutzung der Talsperre und die Verfügbarkeit geeigneter Baustoffe.

Aus diesen Gründen sind beim Bau der Talsperren in der Nordeifel verschiedene Bauwerkstypen entstanden:

  • Oleftalsperre: Pfeilerzellenstaumauer
  • Urfttalsperre: Gewichtsstaumauer
  • Rurtalsperre: Steinschüttdamm mit Lehmkerndichtung
  • Paulushofdamm: Felsschüttdamm mit Lehmdichtung,
  • Eiserbachdamm: Zonendamm mit Lehmdichtung.
  • Staubecken Heimbach: Gewichtsstaumauer
  • Staubecken Obermaubach: Erddamm mit Lehmkerndichtung
  • Wehebachtalsperre: Steinschüttdamm mit Asphalt-Außendichtung

 

Bild rechts: Absperrbauwerke des WVER

 

Betriebs­einrichtungen

Das in der Talsperre aufgestaute und gespeicherte Wasser muss zweckgebunden und kontrolliert aus der Talsperre wieder abgegeben werden können.

Im Regelfall geschieht das über die Grund- und Betriebsauslässe der Talsperre. Diese sind meist als Druckrohrleitungen ausgeführt und führen durch das Absperrbauwerk hindurch oder seitlich daran vorbei. Der Grundablass dient dabei der geplanten und kontrollierten Entleerung der Talsperre, während über Betriebsauslässe Wasser beispielsweise für die Rohwasserbereitstellung oder die Stromerzeugung entnommen werden kann.

Um einen unkontrollierten Anstieg des Wasserspiegels, etwa während eines Hochwasserereignisses, zu verhindern, benötigt eine Talsperre geeignete Entlastungsanlagen. Diese leiten das Wasser sicher aus dem Stauraum ab, sodass Schäden am Absperrbauwerk, beispielsweise durch Überströmen, vermieden werden.

Anlagen­überwachung

Talsperren gehören zu den am strengsten überwachten Bauwerken in Deutschland und sind daher mit umfangreichen Mess- und Kontrolleinrichtungen ausgestattet. In vielen größeren Anlagen verlaufen begehbare Kontrollgänge durch das Innere des Absperrbauwerks, so auch an unseren vier „großen“ Bauwerken der Olef-, Urft-, Rur- und Wehebachtalsperre. Sie ermöglichen die Kontrolle von Dichtungen sowie die Erfassung von Sickerwassermengen. An unseren Talsperren kommen verschiedenste, teils automatisierte Messsysteme zum Einsatz: Piezometer, Inklinometer, Gewichts- und Schwimmlot, Extensometer und Temperaturmessgeber, um nur einige zu nennen. Darüber hinaus werden regelmäßig geodätische Messungen zur Überwachung des Setzungs- und Verformungsverhaltens durchgeführt.

Auf Basis dieser und weiterer Messdaten lässt sich das Kurz- und Langzeitverhalten der Absperrbauwerke und anderer relevanter Anlagen erfassen und bewerten.

Neben den Bauwerksmessungen sind die turnusmäßigen visuellen Kontrollen der Anlagenbestandteile (vom Zuflusspegel über das Absperrbauwerk bis hin zum Abflusspegel) und Funktionsprüfungen, durchgeführt von unserem Stauanlagenfachpersonal vor Ort, von elementarer Bedeutung.  

Unser Stauanlagenfachpersonal trägt eine hohe Verantwortung für die Sicherheit der Menschen in der Region und überwacht die komplexen Bauwerke und Anlagen des Talsperren-Verbunds mit einem digitalen, vernetzten Leitsystem. So sind sie jederzeit in der Lage, Belastungen und Entwicklungen, auch am Staubauwerk selbst, frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Das Leitsystem erfasst unter anderem Messwerte für den Sickerwasseranfall, die Bauwerksbewegungen, den Porenwasserdruck, Niederschläge, Luft-, Wasser- und Baustofftemperaturen sowie die Stromerzeugung

In jährlichen Sicherheitsberichten werden die Ergebnisse der Messungen, visuellen Kontrollen und Funktionsüberprüfungen dokumentiert und der zuständigen Aufsichtsbehörde vorgelegt. Zudem finden in größeren Abständen vertiefte Überprüfungen statt, bei denen die sicherheitsrelevanten Aspekte der Anlage umfassend bewertet und gegebenenfalls Maßnahmen zur Ertüchtigung abgeleitet werden.

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